Interview mit Bernd Höfer

Jobst-Bernd Höfer

Haus ist nicht gleich Haus, wenn Jobst-Bernd Höfer und sein Team Hand anlegen. Es ist die Liebe zum Detail, die Höfer reizt und fasziniert. Es ist sein Anspruch auf Individualität, mit dem er einen gewöhnlichen Hausbau außergewöhnlich werden lässt. Im Interview spricht der lippische Unternehmer über seinen Hang zu Perfektion und Individualität und seine Leidenschaft für energiesparendes Bauen.

Häuser bauen können viele. Was macht ein „Höfer-Haus“ aus?

Höfer: Ich bin fest davon überzeugt, dass die richtig guten Dinge des Lebens nur mit dem richtigen Maß an Leidenschaft und Perfektion entstehen. Ob energieeffizienter Neubau oder energetische Altbausanierung – wer sein Haus bei uns in Auftrag gibt, baut ein Haus fürs Leben und soll keine Lösung von der Stange bekommen.

Sondern?

Höfer: Ein Eigenheim mit eigenem Charakter. Häuser müssen ein Gesicht haben. Das ist wichtig. Uniformität gibt es schon genug.

Klingt nach einem sehr hohen Anspruch. Wo setzen Sie an, um diesen zu erfüllen?

Höfer: Am Anfang und auch am Ende steht immer der Bauherr. Um seine genauen Wünsche und Vorstellungen zu erfahren, nehmen wir uns Zeit zum gegenseitigen Austausch. Dazu gehört auch, dass wir uns die aktuelle Wohnsituation sorgfältig ansehen, um einschätzen zu können, wie das Haus hinterher aussehen soll. Zeit ist wichtig, um die Dinge auf den Punkt zu bringen.

Zeit ist ein gutes Stichwort. Es tut sich viel in der Baubranche. Jeder redet von Energiepreiserhöhung und Energieeffizienz. Wann haben Sie angefangen, darüber zu reden und Ihre erste Wärmepumpe zum Einsatz gebracht?

Höfer (mit einem Lächeln): Ich war früh am Thema dran. Es ist mehr als 12 Jahre her, dass ich die erste Wärmepumpe eingesetzt habe. Drei Jahre nach Gründung meines Architekten- und Ingenieurbüros folgte 2000 meine Gesellschaft für energiesparendes Bauen.

Heißt das, Sie sehen sich ein Stück weit als Pioneer und Vorreiter der lippischen Baubranche, wenn es um zeitgemäße Hauskonzepte und Nullenergiehäuser geht?

Höfer: Nein, keinesfalls. Das wäre vermessen. Aber so wie mich die Kombination von Technik und Kosten immer schon begeistert hat, treibe ich auch das energiesparende Bauen mit großer Leidenschaft voran.

Sie müssen zugeben, nicht nur Ihre Häuser haben viele Gesichter…Sie sind Chef der Gesellschaft für energiesparendes Bauen und betreiben gleichzeitig ein Architektur- und Ingenieurbüro. Sieht so aus, als wenn Sie vom Studieren nicht genug kriegen konnten..

Höfer (lacht): Ingenieurwesen habe ich studiert, weil mich Technik begeistert. In dem Studium habe ich dann zusätzlich meine Freude an architektonischer Gestaltung gefunden. Außerdem habe ich ein absolutes Faible für Zahlen und so kam es, dass ich ein Betriebswirtschaftsstudium hinterher geschoben habe. Ich sehe mich aber weniger als Chef. Vor allem bin ich Teil unseres Teams, ein zugegeben kleines Team, aber das macht unsere Arbeit ja gerade so individuell und persönlich.

Chef oder Teamplayer, Sie haben in jedem Fall in den vergangenen Jahren zahlreiche hochwertige Projekte in und um Lemgo schlüsselfertig erstellt. Bleibt da Raum für ein persönliches Lieblingsobjekt?

Höfer: Ja, unbedingt. Es ist ein Einfamilienhaus in Lemgo, das wir 2010 nach KfW-Effizienzhaus-55-Standard realisiert haben.

Und was macht das Gesicht dieses Hauses für Sie aus?

Höfer: Neben einer hochwärmegedämmten Fassade sowie dreifachverglasten Fenstern trägt eine energieeffiziente Wärmepumpe in Verbindung mit Lüftungsanlage und Fußbodenheizung dazu bei, die Energiekosten so gering wie möglich zu halten. Der hochwertigen Energietechnik entspricht ein überzeugendes Gestaltungskonzept mit zahlreichen Fassadenvorsprüngen und Auskragungen, einer ungewöhnlichen Verbindung von Giebel und Traufe sowie einer kontrastreichen Fassadengestaltung mit weißen und leuchtend rot geputzten Abschnitten.

Geht da überhaupt noch mehr?

Höfer (lacht): Es geht immer mehr. Unser Unternehmensleitsatz lautet schließlich „Ideen ein Leben lang“.

Und schon eine Idee, wie das Höfer-Haus der Zukunft so um 2030 aussehen könnte?

Höfer: Zu einem Gesicht gehört immer auch ein Kopf. Dort ist sie bereits heute drin. Sie dürfen darauf gespannt sein…